Anzeichen für Wehen – Körpersignale deuten

Anzeichen für Wehen – Körpersignale deuten

Je näher der große Tag heranrückt, desto öfter fragen Sie sich bestimmt, woran Sie die Wehen erkennen werden. Machen Sie sich keine Sorgen: Der Körper einer Frau sendet fast immer eindeutige Signale, und Ihr natürliches Körpergefühl lässt Sie diese Signale erkennen.

Anzeichen für das baldige Einsetzen der Wehen

Es gibt zwei Anzeichen, die auf das Einsetzen der Wehen innerhalb der nächsten ein, zwei Tage schließen lassen.

1. Das Platzen der Fruchtblase

Man spricht hier auch vom Abgang von Fruchtwasser oder vom Blasensprung. In welcher Menge Fruchtwasser aus der Fruchtblase abgeht und aus der Scheide fließt, ist von Frau zu Frau verschieden. Bei manchen kommt es tröpfchenweise, bei anderen schwallartig. Erstaunlicherweise kündigt dieses Symptom bei weniger als 25 Prozent der Frauen die bevorstehenden Wehen an; häufig tritt das Platzen der Fruchtblase während der Wehen auf und nicht vorher. Bei Auftreten vor den Wehen ist es jedoch ein guter Indikator dafür, dass die Wehen innerhalb der nächsten 24 Stunden einsetzen werden. Beim Abgang von Fruchtwasser sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Hebamme sofort informieren. Notieren Sie die Uhrzeit, Farbe und Menge der Flüssigkeit und gegebenenfalls, ob ein unangenehmer Geruch festzustellen ist. Geben Sie diese Informationen an Ihren Arzt weiter.

2. Blutungen

Ein oder zwei Tage vor dem Beginn der Wehen bemerken Sie möglicherweise einen rosafarbenen oder leicht mit Blut durchsetzten, schleimigen Ausfluss. Diese „Blutung“ ist der Schleimpfropf, der den Muttermund während der Schwangerschaft verschlossen hat. Dieser Ausfluss wird nicht von allen Frauen bemerkt. In manchen Fällen setzen die Krämpfe vor dem Ausscheiden des Schleimpfropfs ein. Diese Blutung ist nicht mit dem bräunlichen, blutigen Ausfluss zu verwechseln, der nach einer Routineuntersuchung der Scheide beim Frauenarzt auftreten kann und kein Grund zur Besorgnis ist.

Das Einsetzen der Wehen: Kontraktionen

Ein nahezu eindeutiges Zeichen für das bereits erfolgte Einsetzen der Wehen ist ein regelmäßiges Zusammenziehen der Gebärmutter (Kontraktionen). Die ersten Kontraktionen sind mit den typischen Unterleibskrämpfen während der Menstruation oder Schmerzen im unteren Rücken zu vergleichen. Sie kommen und gehen im Abstand von 20 bis 30 Minuten. Die Schmerzen bzw. Krämpfe werden allmählich stärker und halten länger an. Die Kontraktionen setzen häufiger ein, bis ein Intervall von drei bis fünf Minuten erreicht ist. Sie sollten sich die genaue Anfangszeit und die Dauer jeder Wehe notieren.

Falscher Alarm?


Echte Wehen



Falscher Alarm


Die Kontraktionen treten in regelmäßigen, vorhersehbaren Abständen und nach einem vorhersehbaren Muster auf (beispielsweise alle acht Minuten).

Die Kontraktionen treten in unregelmäßigen und unvorhersehbaren Abständen auf, beispielsweise einmal nach zehn Minuten, dann nach sechs Minuten, dann nach zwei Minuten, dann nach acht Minuten usw.

Sie stellen 3 Formen der Steigerung fest: Die Kontraktionen a) kommen in immer kürzeren Zeitabständen, b) werden immer länger und c) werden immer stärker.

Es sind ist keine Form der Steigerung erkennbar.

Jede Kontraktion ist zuerst im unteren Rücken zu spüren und strahlt dann nach vorne und in den unteren Bereich der Leistengegend aus.

Die Kontraktionen fühlen sich wie normale Unterleibskrämpfe an.

Durch eine Änderung der Körperhaltung oder -aktivität können Sie die die Kontraktionen nicht verzögern oder stoppen.

Durch eine Änderung der Körperhaltung oder -aktivität können Sie die Kontraktionen verzögern oder stoppen.

Es treten möglicherweise Blutungen auf.

Normalerweise treten keine Blutungen auf.

Es könnten Membrane reißen.

Es reißen keine Membrane.

Ihr Arzt bzw. Ihre Hebamme wird Veränderungen am Gebärmutterhals feststellen, beispielsweise Nachreifen (Weicherwerden), Zurückweichen (Verkürzung) oder Weitung.

Es gibt keine Veränderungen am Gebärmutterhals.


Ein wichtiger Anruf

Falls Sie glauben, dass die Wehen bereits eingesetzt haben, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Hebamme anrufen. Halten Sie Ihre Notizen griffbereit, sodass Sie Ihre Symptome am Telefon genau schildern können. Scheuen Sie sich nicht, auch mitten in der Nacht anzurufen. Ihr Arzt weiß, dass die Wehen sich nicht nach den üblichen Arbeitszeiten richten. Im Bereitschaftsdienst nehmen Ärzte oder Hebammen einen Anruf auf jeden Fall entgegen – egal um welche Uhrzeit.

Möglicherweise müssen Sie sich nicht sofort auf den Weg ins Krankenhaus machen. Die meisten Ärzte und Hebammen empfehlen beim ersten Kind, so lange zu Hause in der vertrauten Umgebung zu bleiben, bis die Zeitabstände zwischen den Kontraktionen sich auf fünf Minuten verkürzt haben. Ab dem zweiten Kind müssen Sie vielleicht früher ins Krankenhaus kommen, da der Wehenverlauf diesmal schneller sein könnte.

Das Einsetzen der Wehen kann unterschiedliche Gefühle auslösen, beispielsweise Aufregung, Zweifel oder Angst. Versuchen Sie, ruhig und konzentriert zu bleiben. Richten Sie es so ein, dass Ihr Partner oder eine Freundin Ihnen beim Notieren der Symptome behilflich ist, Ihnen Gesellschaft leistet und Sie dann ins Krankenhaus bringt. Am wichtigsten ist es, sich immer wieder klar zu machen: Die Geburt Ihres Kindes steht unmittelbar bevor und Sie werden es schaffen!

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