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Schüchterne Kinder: Schüchternheit überwinden

2 Min. LesezeitAktualisiert am März 28, 2018

Was genau ist der Grund für Schüchternheit? Wie können wir einem Kind helfen, diese Gefühle zu überwinden?

Gründe für Schüchternheit

Forscher haben zwei offensichtliche Auslöser für Schüchternheit gefunden.

1. Biologisch

Rund eines von fünf Kindern scheint mit einer biologischen Prädisposition für Schüchternheit auf die Welt zu kommen. Im Kleinkindalter – und manchmal sogar früher – zeigen diese Kinder gewisses Unbehagen gegenüber unbekannten Menschen und neuen Umgebungen. Schüchterne Kinder sind häufig auch schwierige Esser, die Neues kategorisch ablehnen und neuen Herausforderungen tendenziell aus dem Weg gehen. Die Hälfte der Kleinkinder, die ein solches Verhalten aufweisen, ist mit sechs Jahren immer noch schüchtern; ein Viertel ist selbst als Heranwachsende noch schüchtern und tendiert dazu, das ganze Leben lang entsprechende Züge zu zeigen.

2. Situationsabhängig

Für diese Kinder ist Schüchternheit eine Reaktion auf Stress. Die Krankheit eines Elternteils, der Umzug ins neue Zuhause oder eine Veränderung im nahen Umfeld können Schüchternheit bei Kleinkindern und Kindergartenkindern – und selbst bei älteren Kindern – auslösen. Für gewöhnlich legt sich die Schüchternheit wieder, wenn sich die Rahmenbedingungen entspannt haben oder sich das Kind mit der neuen Situation angefreundet hat.

Dem schüchternen Kind beistehen

Schüchternen Kindern kann in vielfacher Weise geholfen werden, ihr Selbstbewusstsein aufzubauen und die sozialen Kompetenzen zu verbessern. Ein paar Anregungen:

  • Eine Stütze sein

Bedenken Sie stets, dass schüchterne Kinder liebevolle und nachsichtige Unterstützung benötigen, nicht Druck. Schüchterne Kinder sind emotional schnell überfordert.

  • Sie ist nicht „nur schüchtern“

Vermeiden Sie Dinge zu sagen wie „Sarah ist nur schüchtern“, wenn sie sich entsprechend verhält – insbesondere nicht vor Sarah selbst, die so den Eindruck bekommen könnte, ihr Verhalten sei eine Charaktereigenschaft und nicht nur ein vorübergehender Zustand. Kleinkinder und Kindergartenkinder könnten diese Bezeichnung auch als legitime Ausrede interpretieren, an unliebsamen sozialen Situationen nicht teilnehmen zu müssen. Sagen Sie stattdessen so etwas wie „Sarah ist ein wenig zurückhaltend gegenüber fremden Menschen, aber sie arbeitet daran.“

  • Keine Neckerei

Necken Sie Ihr Kind nicht, weil es schüchtern ist. Das bringt es nur in Verlegenheit und macht alles nur schlimmer.

  • Übung macht den Meister

Üben Sie unangenehme soziale Situationen zu Hause. Für manche Kindergartenkinder ist die Kombination aus neuen Menschen, neuer Umgebung und neuen Aktivitäten einfach zu viel. Wenn sich Ihr Kind zum Beispiel schwer damit tut, im Kindergarten mit anderen Kindern zusammen zu singen, dann soll es das Singen zu Hause mit Ihnen üben. Diese Übung hilft dabei, ihm die Angst vor dem Singen in der Schule zu nehmen.

  • Kleine Schritte

Versuchen Sie, Ihr Kind nicht mit zu vielen Sinneseindrücken zu überfordern. Schüchterne Kinder fühlen sich meist wohler, wenn sie mit einem Freund spielen und nicht mit vielen Freunden gleichzeitig. Zwingen Sie es nicht, an großen Gruppenaktivitäten teilzunehmen.

  • Die Führung übernehmen

Bringen Sie Ihr Kind dazu, ab und an mal mit einem Kind zu spielen, das ein oder zwei Jahre jünger ist. Das stellt das schüchterne Kind in eine Führungsposition, in der es sich im Umgang mit Gleichaltrigen selten befindet. Es verschafft ihm womöglich auch mehr Selbstsicherheit beim Spielen mit gleichaltrigen Kindern.

Schüchternheit ist zwar für gewöhnlich kein Grund zur Besorgnis, aber wenn Sie das Thema im frühen Alter angehen, dann helfen Sie Ihrem Kind dabei, seine soziale Kompetenz bis zum Schulalter auszubauen.

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