
Dreijährige sind faszinierende Geschöpfe. Ihre Fantasie, Vorstellungskraft und ihre Anstrengungen, immer selbständiger zu werden, machen sie zu etwas ganz Besonderem.
Fantasievolles Spielen
Fantasievolles Spielen ist jetzt so etwas wie ein Dauerzustand bei Ihrem Kind. Jedes Objekt, jede Person und jedes Ereignis können durch seine Vorstellungskraft zu etwas völlig anderem werden.
Ihr dreijähriges Kind denkt sich nun kleine Geschichten aus, um Ereignisse aus seinem Leben zu erklären, und es hat die Macht entdeckt, die Wörter besitzen, um Dinge geschehen zu lassen.
Imaginäre Freunde, die genau nach seiner Pfeife tanzen, sind in diesem Alter etwas völlig Normales und kein besorgniserregendes Verhalten. Schenken Sie ihnen keine allzu große Beachtung. Meistens verschwinden sie von ganz alleine wieder. Wenn sie zu viel Aufmerksamkeit bekommen, könnte ihre Rolle zu wichtig werden.
Dreijährige können noch nicht lügen, aber sie sind dazu in der Lage, die Realität so neu zu erfinden, wie sie sie gerne hätten. Ihr Kind denkt, dass es die Welt so verändern kann, dass sie seinen Wünschen entspricht, und dass es die Realität einfach von sich weisen kann.
Mit anderen spielen
In diesem Alter sollte Spielen für Ihr Kind etwas Gemeinschaftliches und Interaktives sein. Ihrem dreijährigen Kind zu ermöglichen, dass es gemeinsam mit anderen Kindern spielt und dabei auch lernt, Konflikte zu lösen, ist in diesem Alter eine Ihrer wichtigsten Aufgaben als Elternteil.
Warum Rituale so wichtig sind
Für Dreijährige ist es wichtig, dass Dinge vorhersehbar sind. Das hilft Ihnen, die Welt um sich herum zu verstehen. Wenn es bei Ihnen zu Hause keinen geregelten Tagesablauf gibt, kann es sein, dass Ihr Kind viel quengelt oder reizbar ist. Durch einen geregelten Tagesablauf wissen Kinder, was als Nächstes kommt und das gibt ihnen das Gefühl, dass alles unter Kontrolle ist.
Dreijährige übernehmen Rituale, weil es ihnen ein Gefühl von Routine und Kontrolle über ihre Welt gibt. Lassen Sie diese Rituale zu, sofern sie nicht wirklich Ihren Tagesablauf behindern.
Wörterwelten
Dreijährigen beim Sprechen zuzuhören, ist sehr unterhaltsam. Ihre fantasievolle Art, die Welt zu schildern, setzt sich zusammen aus Erfahrungen, Vorstellungskraft, ein paar Fakten und jede Menge Bemerkungen. Ihr fehlender Wortschatz hält Kinder in diesem Alter nicht davon ab, sich auszudrücken, was regelmäßig zu interessanten Wortneuschöpfungen führt und auch Ihnen dabei hilft, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Aus einem Springbrunnen wird beispielsweise „Plumpswasser“ und ein Geländewagen wird zum „Kistenauto“. Genießen Sie diese süßen „Fehler“, denn der Wortschatz Ihres Kindes wächst mit jedem Tag und schon bald werden derartige Fantasiewörter der Vergangenheit angehören.
Ermutigen Sie Ihr dreijähriges Kind dazu, Wörter aneinanderzureihen und Erlebnisse nachzuerzählen. In diesem Alter versteht Ihr Kind noch keine Metaphern und Wortwitze oder -spiele. Seien Sie vorsichtig, denn derartige Redewendungen können bei Kindern mitunter Ängste auslösen. Wenn Sie zum Beispiel sagen, dass jemand vor Wut gekocht hat, oder dass ein Computer abgestürzt ist oder etwas den Bach runtergegangen ist, kann das im Kopf eines Dreijährigen verwirrende Vorstellungen auslösen. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind verwirrt aussieht, und erklären Sie ihm Dinge, wenn es etwas nicht versteht. In diesem Alter ist es hilfreich, Ihrem Kind etwas komplexere Bücher vorzulesen. Suchen Sie nach Büchern mit spannenden Geschichten, die aus kurzen Sätzen mit vielen Handlungsverben, Adjektiven und Nomen bestehen und mit Bildern versehen sind, die die Geschichte illustrieren.
Dreijährige disziplinieren
Erziehungsmaßnahmen bedeuten in diesem Alter, dass Handlungen und Konsequenzen in klarem Zusammenhang miteinander stehen: Wenn Ihr Kind etwas schmutzig macht, muss es das wieder sauber machen. Wenn Ihr Kind ein Spielzeug wiederholt auf den Boden wirft, bekommt es dieses Spielzeug für eine Weile entzogen.
Wenn Ihr dreijähriges Kind etwas falsch macht, müssen Sie sich sofort um die Angelegenheit kümmern. Sie können sich später vielleicht noch an den Vorfall erinnern, aber Ihr Kind wird ihn mit Sicherheit vergessen haben.
Genießen Sie dieses magische Alter und erfreuen Sie sich daran, zuzuschauen wie Ihr Kind Stück für Stück seine Welt erobert.

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